Betreuung der Schwangerschaft

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Schwangerschaftsvorsorge
Die gesetzliche Mutterschaftsvorsorge sieht für die Zeit der Schwangerschaft folgende Untersuchungen vor:

  • Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Blutgruppe und vom Immunschutz gegen wesentliche Erreger, die für Mutter und Kind gefährlich werden können.
  • Drei Ultraschalluntersuchungen sind im Verlauf einer normalen Schwangerschaft vorgesehen: im Zeitraum der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. Schwangerschaftswoche. Dabei wird die normale Entwicklung des Kindes überprüft. Bei Bedarf werden spezielle Untersuchungen durchgeführt (Organdiagnostik, Dopplerultraschall).
  • Bei jedem Arztbesuch in der Schwangerschaft werden Blutdruck, Körpergewicht, Urinbefund, Blutbild und der Scheiden- pH überprüft, sowie bei Bedarf der Muttermund abgetastet. Auf diese Weise kann frühzeitig ein ungünstiger Verlauf festgestellt werden. Im Mutterpass werden alle Untersuchungen dokumentiert.
  • Ab der 27. Schwangerschaftswoche wird die Herztonaufzeichnung (CTG) vorgenommen.

Die Original-Mutterschaftsrichtlinien können Sie beim Gemeinsamen Bundesausschuss abrufen:
http://www.g-ba.de/downloads/62-492-550/Mu-RL_2011-05-19.pdf

Betreuung in der Risikoschwangerschaft
Einige Schwangerschaften werden als Risikoschwangerschaften betrachtet, wenn z.B. Gerinnungsstörungen, eine Zuckererkrankung der Mutter, ein Bluthochdruck oder eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegen. Hier kann es erforderlich werden, dass eine intensivere Betreuung mit speziellen Untersuchungsverfahren nötig wird. s.a. Erweiterte Vorsorgeleistungen in der Schwangerschaft z.B. Blutzuckerbelastungstest, Farbdoppler-Sonographie.
In allen Praxen des Ärztenetz Frauengesundheit sind sie mit einer Risikoschwangerschaft gut aufgehoben.

 

Moderne Vorsorge in der Schwangerschaft
Ein besseres Wissen um normale und komplizierte Schwangerschaftsverläufe sowie der enorme Fortschritt in den Untersuchungstechniken ermöglicht eine optimale Überwachung der Schwangerschaft. Durch diese modernen Methoden lassen sich Komplikationen frühzeitig erkennen, und zwar noch bevor das Baby oder die Mutter einen Schaden nimmt.

Neben unseren ärztlichen Empfehlungen für eine erweiterte Schwangerschaftsvorsorge gibt es natürlich auch ganz persönliche für die werdenden Eltern: das Baby im Bauch intensiver beobachten und größtmögliche Sicherheit für den Start ins Leben.

Doppler-Ultraschall in der Schwangerschaft
Bei dieser besonderen Ultraschall Untersuchung wird der Blutfluss im kindlichen und mütterlichen Gefäß sichtbar und hörbar gemacht. Die aufgezeichnete Kurve gibt Auskunft über den Versorgungszustand ihres Kindes und des Mutterkuchens (Plazenta). Es dient als Frühwarnsystem bei verschiedenen Erkrankungen in der Schwangerschaft. Durchgeführt wird eine Dopplersonographie zum Beispiel bei
  • vermindertem Wachstum des Kindes
  • verminderter Fruchtwassermenge
  • Auffälligkeiten der kindlichen Herzfrequenz
  • V.a. Herzfehler / Herzerkrankungen
  • V.a. kindliche Fehlbildungen oder Erkrankungen
  • Blutgruppenunverträglichkeit
  • Erkrankungen der Mutter: Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Gestose („Schwangerschaftsvergiftung“)
  • bestimmte Infektionen (z.B. Ringelröteln)
  • Früh- oder Mangelgeburten in vorangegangenen Schwangerschaften
  • Mehrlingsschwangerschaften

Blutzuckerbelastungstest
Ca. 5% aller Schwangeren in Deutschland entwickeln unerkannt eine Zuckererkrankung (schwangerschaftsbedingter Diabetes mellitus). Eine unbehandelte Zuckererkrankung kann zu negativen Folgen für das Kind führen, oder die Geburt erschweren.

Zwischen der 23. und 29. SSW kann ein Suchtest Sicherheit und Ausschluss diese Erkrankung erbringen. Hierbei wird eine 50 oder 75 g Zuckerlösung getrunken und im Anschluss der Blutzuckerwert bei der Mutter gemessen. Erfreulicherweise ist der Test mittlerweile Bestandteil der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge.

3D/4D Ultraschall
Wenn sie mehr von ihrem Baby sehen wollen, kann beim sog. „Babyultraschall" das Kind dreidimensional auf einem Foto und sogar im bewegten Bild (=4D) gezeigt werden. Wir nehmen uns Zeit ihr Baby zu beobachten und können auf Wunsch die Bilder auf einer CD oder DVD speichern. Ein unvergessenes Erlebnis für die ganze Familie. Der ideale Zeitpunkt ist die 26.-34. SSW, da das Kind in ca. 1000 ml Fruchtwasser schwimmt.

Nackenfaltenmessung (NT-Screening), Ersttrimester-Screening
Bei dieser Zusatzuntersuchung zwischen den Schwangerschaftswochen 11+0 und 13+6 kann die individuelle Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen bestimmter chromosomaler Erkrankungen wie z.B. des Down-Syndroms (Trisomie 21) ohne Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) eingeschätzt werden.

Das Auftreten einer Trisomie 21 steigt mit dem mütterlichen Alter und liegt bei einer 35jährigen Frau bei ca. 1:280, d.h. 1 Kind von 280 Frauen ist davon betroffen. Durch das NT-Screening ist die Zahl der Fruchtwasseruntersuchung in Deutschland stark gesunken und kann den Schwangeren trotzdem Sicherheit geben. Erkrankungen wie das Down-Syndrom können mit einer etwas 90%igen Sicherheit ausgeschlossen werden.

Die Untersuchung
Die Untersuchung besteht aus einer Kombination aus Blutentnahme bei der Schwangeren und Ultraschalluntersuchung der sog. Nackenfaltentransparenz des Feten.

Nach wenigen Tagen können wir ihnen das Ergebnis mitteilen.

Amnionzentese – Fruchtwasseruntersuchung
Vorgeburtliche Chromosomenanalyse
Die häufigsten Gründe für eine vorgeburtliche Chromosomenanalyse sind das altersabhängig erhöhte Risiko für eine Störung der Chromosomenzahl bei Schwangeren ab dem 35. Lebensjahr, auffällige Befunde bei der Ultraschall-Untersuchung (z.B. bei der Messung der fetalen Nackenfalte), auffällige Hormon- und Eiweiß-Werte im Serum der Mutter (sog. Triple-Test) oder Chromosomenstörungen in der Familie. Vor jeder vorgeburtlichen Diagnostik wird eine humangenetische Beratung empfohlen.
Bei der Chromosomenanalyse werden die Chromosomen, die Träger der Erbinformation untersucht. Bei dieser Untersuchung wird der gesamte Chromosomensatz des Menschen dargestellt. Dadurch können sowohl Abweichungen von der normalen Chromosomenzahl (wie z.B. Trisomien) als auch grobe Veränderungen der Chromosomenstruktur nachgewiesen werden.
Um den Chromosomensatz eines ungeborenen Kindes festzustellen, kann eine Chromosomenanalyse an Chorionzotten, Fruchtwasserzellen oder Nabelschnurblut durchgeführt werden. Zur Entnahme der Zellen wird entweder eine Chorionzottenbiopsie, eine Fruchtwasserentnahme (Amniozentese) oder eine Blutentnahme aus der Nabelschnur (Cordozentese) vorgenommen. Die Entscheidung, welches Verfahren durchgeführt werden soll, richtet sich nach der jeweiligen individuellen Fragestellung und dem Schwangerschaftsalter.

Das Ergebnis einer Chromosomenanalyse gibt eine hohe, aber keine absolute Sicherheit. So können mittels Chromosomenanalyse z.B. nur grobe Veränderungen der Chromosomenstruktur nachgewiesen werden. Feinstrukturelle Chromosomenveränderungen, die sehr selten auftreten, lassen sich damit nicht feststellen. Außerdem können Erkrankungen des Neugeborenen, die nicht durch eine Chromosomenstörung verursacht werden, nicht durch eine Chromosomenanalyse nachgewiesen werden.

Die Untersuchung
Die Fruchtwasserentnahme wird in der Regel zwischen der 15. und der 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Bei der Fruchtwasseruntersuchung wird zum einen eine routinemäßige Eiweißbestimmung zum Ausschluss eines Neuralrohrdefektes durchgeführt.
Zum anderen wird bei der Fruchtwasseruntersuchung eine Chromosomenanalyse an kultivierten (gezüchteten) Zellen durchgeführt, deren Ergebnis nach etwa 2-3 Wochen vorliegt.

Hebammensprechstunde
Wir bieten Ihnen die Möglichkeit der Begleitung und Betreuung Ihrer Schwangerschaft durch eine Hebamme von Anfang an.

Die Hebammenbetreuung sowie die ärztlichen Untersuchungen wechseln sich, wenn Sie es wünschen, in sinnvollen Abständen ab. In der Hebammensprechstunde ist zusätzlich Zeit für Gespräche, in denen offene Fragen beantwortet werden können und Sie einfühlsam und professionell begleitet werden.

Telefonisch oder bei einem persönlichen Gespräch beraten wir Sie in alle Fragen zum Stillen, bei Stillproblemen, zur Ernährung des Kindes im Allgemeinen und ebenfalls, wenn Sie nicht stillen möchten.

Die Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft, im Wochenbett sowie in der Stillzeit ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Jede Schwangere hat Anspruch darauf und es fallen keine Praxisgebühr oder Zuzahlungen an.

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